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Mittwoch, 19. Juni 2013

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Guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung

Guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung

Markus Stecher

2011, 96 Seiten, kartoniert






Bestell-Nr.: 59268
Preis (Stück): EUR 29,80 (inkl. 7 % MwSt.)
Versandkosten ...

 

ISBN 978-3-941146-21-1

Beschreibung

 

● Was ist guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung?
● Wie können Potenziale von Schülern mit einer Hörschädigung entfaltet und ihre
   Teilhabemöglichkeiten erweitert werden?
● Welche Bedeutung haben dialogische Haltungen und Kompetenzen in diesem Kontext?
● Wie lässt sich Unterrichtsqualität konsequent weiterentwickeln?
● Wie lassen sich Diagnostik und Bildungsangebote wirksam verzahnen?
● Wie lässt sich die Qualität sonderpädagogischer Bildungsangebote in unterschiedlichen
   Kontexten sichern?

Markus Stecher beantwortet diese und viele andere Fragen:
    ●    anschaulich und praxisnah
    ●    mit vielen konkreten Unterrichtsbeispielen
    ●   auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse
 
Alle vorgestellten Unterrichtsbeispiele sind vielfach im Unterricht und in der Lehrerbildung über mehrere Jahre erfolgreich erprobt – aus der Praxis für die Praxis. Das vorliegende Buch richtet sich insbesondere an Lehrer, die Schüler mit einer Hörschädigung unterrichten, Fachleiter an Seminaren sowie Studierende und Referendare der Hörgeschädigtenpädagogik.
 

''Ich möchte das von Markus Stecher vorgelegte Buch jedem engagierten Pädagogen mit Nachdruck empfehlen/ans Herz legen, wir haben schon lange darauf gewartet und es ist gut, dass es jetzt da ist''
Prof. Ursula Horsch

 

126 KB acrobat.gif Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort   

1.    Was ist guter Unterricht bei Schülern mit einer Hörschädigung?   
1.1    Selbstwirksamkeitserleben und positive Beziehungserfahrungen als Schlüssel für
         nachhaltige Bildungsprozesse   
1.2    Dialog ist mehr als Sprache   
1.3    Zur Bedeutung dialogischer Haltungen und Kompetenzen für Bildungsprozesse
1.4    Veränderte Rahmenbedingungen begünstigen dialogische Prozesse
1.5    Veränderte Lehrer- und Schülerrollen
1.6    Leitfragen zur Unterrichtsplanung
1.7    Qualitätskriterien als Referenzrahmen für guten Unterricht

2.    Guter Unterricht basiert auf einer ressourcenorientierten Diagnostik
2.1    Ressourcenorientierte Diagnostik im Bedingungsgefüge von Individuum und System
2.2    Zur zentralen Bedeutung der Bildungsumgebung
2.3    Ressourcenorientierte Diagnostik im Kontext einer Individuellen Lern- und
         Entwicklungsbegleitung
2.4    Kooperative Planung von Bildungsangeboten
2.5    Integration verschiedener Sichtweisen im Rahmen schulischer Standortgespräche
2.6    Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Rahmen diagnostischer Prozesse

3.    Kriterien guten Unterrichts bei Schülern mit einer Hörschädigung
3.1    Lebensweltbezug
3.1.1    Lebensweltbezug als Fundament lebensbedeutsamer Bildungsangebote
3.1.2    Aktuelle Themen und Ereignisse aufgreifen
3.1.3    Aktivierung von Vorwissen und Vorerfahrungen
3.1.4    Aktivierung von Schülerfragen
3.1.5    Lebensbedeutsame Kontexte miteinbeziehen
   
3.2    Klare Strukturierung
3.2.1    Transparenz als Rahmen für Klarheit und Verlässlichkeit
3.2.2    Unterrichtsformate als Bildungsrahmen
3.2.3    Wirksame Verzahnung von Unterrichtsphasen
3.2.4    Gestaltung von Übergängen und Gelenkstellen

3.3    Handlungsorientierung
3.3.1    Definition und Grundstruktur handlungsorientierten Unterrichts
3.3.2    Merkmale handlungsorientierten Unterrichts
3.3.3    Handlungsorientierung in der Unterrichtspraxis
3.3.4    Welche Bildungschancen bietet ein handlungsorientierter Unterricht für Schüler mit
           einer Hörschädigung?

3.4    Audiologische Pädagogik
3.4.1    Gemeinsame Verantwortung für die Hörtechnik
3.4.2    Einsatz von FM- und Klassenhöranlagen
3.4.3    Wie lässt sich die Kontrolle der Hörhilfen sinnvoll in den Unterricht integrieren?
3.4.4    Ein Blick in die Unterrichtspraxis

3.5    Lehrersprache als zentrales Dialogelement
3.5.1    Teacherese als optimales Hör- und Beziehungsangebot
3.5.2    Unterrichtliche Standardsituationen, in denen der reflektierte Einsatz der Lehrersprache
            besonders wichtig ist

3.6    Förderung des Anweisungsverständnisses
3.6.1    Voraussetzungen, die bei Schülern mit einer Hörschädigung bei Arbeitsanweisungen
            besonders beachtet werden müssen
3.6.2    So viel Hilfen wie nötig, so wenig Hilfen wie möglich
3.6.3    Maßnahmen zur Förderung des Anweisungsverständnisses
3.6.4    Berücksichtigung des kognitiven Anspruchsniveaus der Arbeitsanweisung
3.6.5    Wie lassen sich durch Arbeitsanweisungen alle Schüler aktivieren?
3.6.6    Initiierung von Turn-Wechsel im Rahmen von Arbeitsanweisungen

3.7    Dialogische Gesprächsführung
3.7.1    Wann eignet sich ein Unterrichtsgespräch besonders?
3.7.2    Was kennzeichnet eine dialogische Gesprächsführung?
3.7.3    Zehn Strategien zur Professionalisierung der Gesprächsführung
3.7.4    Gezielter Einsatz der FM- bzw. Klassenhöranlage in Unterrichtsgesprächen
3.7.5    Gemeinsame Erarbeitung von Gesprächsregeln

3.8    Kooperatives Lernen
3.8.1    Die Grundprinzipien Kooperativen Lernens
3.8.2    Zur wirksamen Verzahnung von Instruktion, Konstruktion und Ko-Konstruktion im
            Kooperativen Lernen
3.8.3    Kooperatives Lernen in der Unterrichtspraxis
3.8.4    Welche Rolle hat der Lehrer in der Phase der Ko-Konstruktion?
3.8.5    Positiv wechselseitige Abhängigkeit schaffen-Turn-Wechsel initiieren
3.8.6    Grafisches Strukturieren im Kontext Kooperativen Lernens
3.8.6.1 Gemeinsamkeiten und Unterschiede darstellen
3.8.6.2 Mittel-Zweck/Ursache-Wirkungszusammenhänge darstellen
3.8.6.3 Abläufe darstellen
3.8.7    Welche Bildungschancen bietet Kooperatives Lernen für Schüler mit einer Hörschädigung?

3.9    Entwicklung einer Präsentationskultur
3.9.1    Welche Bildungschancen bieten Schülerpräsentationen für Schüler mit einer
            Hörschädigung?
3.9.2    Gelingensfaktoren für Schülerpräsentationen

3.10    Feedback als Bildungsmotor

3.10.1 Schülerohren brauchen dialogisches Feedback
3.10.2 Feedback braucht ein Klima gegenseitigen Vertrauens
3.10.3 Entwicklung einer Feedback-Kultur
3.10.4 Dialogisches Feedback als Bildungsmotor
3.10.5 Gelingensfaktoren für dialogisches Lehrer- und Schülerfeedback
3.10.6 Geeignete Feedback-Methoden

4.    Literatur 

 

Autor

 

Markus Stecher, Jahrgang 1975, Sonderpädagogik-Studium Staatexamen 2000, Vorbereitungsdienst am Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Stegen (2000-2001), 2.Staatsexamen 2002. Aufbau und konzeptionelle Weiterentwicklung der Außenklassen des BBZ Stegen in Überlingen am Ried (2002-2006). Aufbau und Leitung der Beratungsstelle für Kinder und Jugendliche mit einer Hörschädigung in Singen (2002-2006). Mitarbeit am Schulentwicklungsprojekt des BDH „Schule für Hörgeschädigte neu denken“ (2000-2003). Mitarbeit in Forschungsprojekten der Pädagogischen Hochschule Heidelberg unter der Leitung von Prof. U. Horsch: „Methodisch-didaktische Umsetzung einer Dialogischen Hörgeschädigtenpädagogik in die Unterrichtspraxis“ (2000-2010), „Früherziehung hörgeschädigter Kinder in Polen“ (1999-2003), „Erziehung zur Dialogfähigkeit. Erziehung und Bildung Hörgeschädigter in unterrichtlichen Kontexten“ (2000-2006), „Zur Belastungssituation von Eltern hörgeschädigter Kinder. Eine vergleichende internationale Studie“ (1999-2003), „Bildung und Erleben. Projektreihe zu Fragen der Erziehung und Bildung hörgeschädigter Kinder in Deutschland und im interkulturellen Vergleich“ (1996-2000). Lehrauftrag an der Pädagogischen Hochschule Heidelberg zum Thema: Kriterien und Indikatoren guten Unterrichts im Rahmen inklusiver Bildungsangebote (2009-2010). Mitglied der Bildungsplankommission der Schulen für Hörgeschädigte in Baden Württemberg (2007-2011). Leitung der Fachkommission zur Neugestaltung des Studiengangs Lehramt Sonderpädagogik in Baden-Württemberg in der Fachrichtung Hörgeschädigtenpädagogik (2010-2011). Zahlreiche Veröffentlichungen zum Thema Guter Unterricht in der Zeitschrift HörgeschädigtenPädagogik (2009-2011). Lehrbeauftragter für Hörgeschädigtenpädagogik am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg (2004-2007). Fachleiter für Hörgeschädigtenpädagogik am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg (2008-2010). Seit 2011 Bereichsleiter für Hörgeschädigten-, Sprachbehinderten, Blinden- und Sehbehindertenpädagogik am Staatlichen Seminar für Didaktik und Lehrerbildung Freiburg.

Anschrift: Staatliches Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Abteilung Sonderschulen) Oltmannsstraße 22, 79100 Freiburg

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Rezension

 

Guten Unterricht macht doch jeder – denkt auch jeder! Ist das wirklich so?

Reflektieren wir noch darüber? Was unterscheidet denn die Professionalität der Hörgeschädigtenpädagogen von den Allgemeinschulpädagogen? Hat sich die Auseinandersetzung der Fachdidaktik nicht reduziert auf die Frage des Einsatzes der Gebärdensprache, der kleinen Klassen und der Raumakustik? Ist das alles? Was ist das Spezifische für hörgeschädigte Schüler, die entweder am Unterricht der allgemeinen Schulen, in inklusiven Klassen oder in den heterogenen Klassen an Hörgeschädigtenschulen teilnehmen?

Worin besteht denn die Trennschärfe? Können die speziell ausgebildeten Pädagogen für hörgeschädigte Schüler einen besseren Unterricht realisieren als die Allgemeinschulpädagogen, die sich in der Ausbildung doch in den letzten Jahren immens weiterentwickelt haben und immer mehr und bessere Fördermöglichkeiten bieten in kleineren Klassen bei individualisierten Angeboten, entsprechender Hörtechnik, teilweise ergänzt durch Eingliederungshilfen, Logopäden und andere »heilpädagogische Hilfen«?

Guter Unterricht bei und mit hörgeschädigten Schülern ist eine elementare Grundlage für konzeptionelle Überlegungen. Guter Unterricht ist professionelles Handeln in der Unterrichtspraxis mit Selbstbeurteilung, Einblick von außen und ständiger Reflektion von Kriterien in einem Referenzrahmen mit beobachtbaren Indikatoren und einer professionellen Unterrichtsdiagnostik.

Wenn die Hörgeschädigtenpädagogen hierbei nicht effektiver sind als die Konkurrenten, werden sie überflüssig.

Nur tägliches Training sichert ein Verbleib in der ersten Liga, trotz langjähriger Spielpraxis. Ein Bedarf an gut ausgebildeten Hörgeschädigtenlehrerinnen und -lehrern kann von den Hochschulen/Universitäten gegenwärtig nicht abgedeckt werden. Ein weiterer Grund, weshalb die Schulen ihre internen Qualitätsanstrengungen erhöhen müssen.

Dieses Buch von Markus Stecher ist eine ausgezeichnete Hilfe vor allem für diejenigen, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen schon immer guten Unterricht bei hörgeschädigten Schülern gemacht haben. Man sollte sich mal wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren, sich selbstkritisch auch mal in Frage stellen mit seiner täglichen Arbeit und dies mit seinen Kolleginnen und Kollegen oder auch Anderen diskutieren – vorher aber das Buch unbedingt gelesen haben.

Hartmut Jacobs

aus HörgeschädigtenPädagogik Ausgabe 5/2011 

 

 

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