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Mittwoch, 19. Juni 2013

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Noch  lange nicht "das letzte Wort"

Noch lange nicht "das letzte Wort"

Gerhard Hilligs Glossen in der "Hörakustik" sind Legion, die Schärfe seiner Feder ist legendär.

2011, 148 Seiten, broschiert






Bestell-Nr.: 59257
Preis (Stück): EUR 21,90 (inkl. 7 % MwSt.)
Versandkosten ...

 

ISBN: 978-3-941146-20-4

In seiner ganz persönlichen Art schreibt er mit Scharfsinn und Ironie über Aktuelles der Branche, der Politik und Wirtschaft.

Beschreibung

 

Gerhard Hillig wurde am 15. Juli 1931 in Dresden geboren. Nach dem Abitur setzte er sich aus der damaligen Sowjetischen Besatzungszone ab und nahm an der Freien Universität Berlin das Studium des Journalismus auf. Seine berufliche Laufbahn startete er 1956 bei der Stuttgarter Firma micro-technic als Werbefachmann und stieg dort zum Geschäftsführer auf, was er bis zu seinem 65. Geburtstag 1996 blieb. Der Hörgeräte-Branche blieb er – nicht nur bei der Firma micro-technic – bis heute treu: als Mitbegründer und Werbeberater der Fördergemeinschaft Gutes Hören, als langjähriger Vorsitzender der VHI, als kultiviert streitbarer Moderator bei (E)UHA-Kongressen. Zudem ist er als brillanter Schreiber seit 1966 dem Median-Verlag eng verbunden. Seine kritischen Fachberichte und nicht minder seine von scharfem, aber nie verletzendem Witz geprägten Kongress- und anderen Glossen gehören zu den journalistischen Höhepunkten der Zeitschrift »Hörakustik«. Dieses Buch enthält Gerhard Hilligs Kolumne »Das letzte Wort« vom Beginn des Jahres 2005 bis Ende 2010 – und dabei geht es nicht nur um Hörgeräte, sondern mehr um alles, was so in der Welt geschieht und vergnüglich-bissig kommentiert gehört.

Inhaltsverzeichnis

 

Vorwort
»System« vs. »Gerät«
Wir und die Medien
Wachstum ohne Grenzen
Politisch Lied
Kommunikation
Kommunikation II
Prognosen
Die Entdeckung der Alten
Neue Mitbewelbel
Meinungsumschwung
Düstere Perspektiven
Talk, Talk, Talk
»Wer bin ich?«
Lange Leitung?
Deutsche Angst
Ein Volk von Pessimisten?
Gesund oder krank? Egal!
Experten
DocMorris ante portas
Wo der Chef kocht
Im Irrgarten der Begriffe
Bürokratie zum Anfassen
Empörung
Die gute alte Zeit
Unser Klima
Ehre, wem Ehre gebührt
Dicke Bretter
Nomen est Omen
Bildung for everybody
Umfrage-Demokratie
Unsere Post
Rechenkünstler
Von der Kauflust zur Konsumverweigerung
Jahreszeiten
PISA ohne Ende
Miss-Bildung
1968
Bildungswege
Design-Hotel
Mal was anderes
Echo
Frauen-Power
Wer kennt Olaf Scholz?
Wir wählen Obama
Sprich Deutsch
Selektive Wahrnehmung
Alles billig, oder was?
Hundertachtundzwanzig
2 + 2 = 11
»non olet«
Wer ist der Größte?
Kasse oder privat?
Vom Lesen im Allgemeinen und im Besonderen
Armut (1)
Armut (2)
Verpackungskünstler
Aus dem Auge, aus dem Sinn?
Steuern und kein Ende
Klima
Klimaschutz
CD gefällig?
Angela Merkel, 55
Forschung und Leere
Heute schon gewählt?
Vom Alter
Vom Alter 2
Wir retten die Welt
Lehrer in die Politik!
Volksentscheid
»Nur fliegen ist schöner«    

Vorwort

 

 

In der Kürze liegt die Würze ...
wenn man es kann!

Manchmal ertappe ich mich dabei, neidisch zu sein! Dann lege ich den neuesten Entwurf von Gerhard Hillig für »Das letzte Wort« der anstehenden Ausgabe unserer Fachzeitschrift »Hörakustik« zur Seite und grübele: »Verflixt! Warum fällt mir so etwas nicht ein?« Manchmal halte ich aber auch die Luft an, wenn seine Ansichten nicht ganz dem »Mainstream« (oder was afür gehalten wird!) entsprechen und freue mich als Blattmacher auf die zu erwartenden Leserbriefe!

In diesen Zeiten will sich jeder abheben und sein »eigenes Ding« machen, um sich dann letztlich nur als Klon des ebenfalls Dinge machenden und Markenklamotten tragenden »Individualisten« von nebenan zu entpuppen. Oder es schlägt einem eine moralin gesäuerte »Ich bin dagegen«-Haltung entgegen, die sich beim näheren Hinsehen oft nur als fehlendes Bemühen des Nein-Sagers entlarvt, über ein Problem länger und gründlicher nachdenken zu wollen. Alle wollen individuell sein, keiner weiß wie! Das Problem kennt Gerhard Hillig vermutlich nicht einmal. Wenn andere ängstlich oder auch nur vorsichtig ihre Köpfe einziehen, kann man sicher sein, dass der Kopf von Gerhard Hillig ganz oben bleibt, um sich neugierig umzuschauen.

Der leicht abgewandelte Bibelspruch »An ihren Taten sollt ihr sie erkennen « wäre an sich ein schönes Motto, wenn es nicht manchmal so langweilig wäre, weil alle das Gleiche tun. Und das gilt im gleichen Maße für die schreibende Zunft! Viele Schreiberlinge – mich eingeschlossen – verstecken sich hin und wieder zwischen ihren Zeilen. Da werden zum Teil Phrasen gedroschen und Worthülsen verwendet (worüber sich Gerhard Hillig köstlich amüsieren würde).

Besser wäre ein »An ihrer Schreibe sollt ihr sie erkennen« – und da trennt sich die Spreu vom Weizen. Bei Gerhard Hillig hingegen weiß man, woran man ist! Er bewertet, ordnet ein, zieht ins Lächerliche, schlussfolgert, überzeichnet, kurz: Er hat eine Meinung! Wohltuend, nicht wahr? Und daneben lernt man ihn als Menschen kennen, weil sein Humor aus allen Zeilen glitzert. Für mich ist er grandios, wenn er die großen Dinge mit den kleinen Erfahrungen verbindet, beispielsweise wenn er zweifelt, ob es der bedrohten Menschheit – angesichts der Lichtermeere Shanghai oder Tokio – etwas bringt, wenn er die 15-Watt-Glühbirne in seinem Klo gegen eine Energiesparlampe tauschen würde.

Jeder der schreibt, weiß wie schwer es ist, eine kurzweilige und amüsante Geschichte – die zugleich tiefgründig ist – auf eine Seite zu bringen. Wenn dem Autor dabei auch noch eine eigene Handschrift gelingt, dann wird er nicht selten von seinen Lesern geliebt; man denke nur an Ephraim Kishon oder den neuerdings angesagten Martin Suter. Dass Gerhard Hillig zweifelsfrei in diese Kategorie gehört (auch wenn er mich dafür rügen wird), beweist die vorliegende Zusammenstellung seiner »letzten Worte« der Hörakustik aus den Jahren 2005 bis 2010. Viel Spaß bei der Lektüre!

Björn Kerzmann
Chefredakteur der »Hörakustik«  

Rezension

 

Noch lange nicht „Das letzte Wort“

Kolumnen in Magazinen sind eine gute Sache – und keine so leicht zu bewältigende Aufgabe. Leicht, locker und unterhaltsam sollen sie sein, zum Rest der Zeitschrift passen und idealerweise auch noch etwas über ihren Autoren verraten. All diesen Anforderungen kommt Gerhard Hillig seit Jahren mit seiner Kolumne „Das letzte Wort“ in der „Hörakustik” nach. Nun erschienen seine Texte aus den Jahren 2005 – 2010 gebündelt als Paperback-Buch im Median-Verlag.

Eine gute Verabschiedung ist nicht weniger wichtig als eine gute Begrüßung. Sie entlässt einen mit einem Wohlgefühl und bereitet Vorfreude auf das nächste Mal. Insofern gibt es für eine Kolumne in einer Zeitschrift kaum einen besseren Platz als den des letzten Beitrags. Vor allem wenn man einen Kolumnisten wie Gerhard Hillig zu seiner Redaktion zählen darf. Monat für Monat entlässt er die Leser der „Hörakustik“ mit seiner Kolumne „Das letzte Wort“ aus dem Heft – und das auf eine äußerst unterhaltsame Art und Weise.
Thematisiert wird alles, was ihm wichtig ist oder was er einfach nur kommentierenswert findet. Und das können verschiedenste Ereignisse, Entwicklungen, Trends oder einfach nur Ärgernisse des Alltags sein. Mal stehen sie unmittelbar in Verbindung zur Hör-Branche, was er dann äußerst pointiert herausarbeitet. Manchmal stehen sie noch nicht einmal mittelbar im Kontext zu seiner Branche, was der Qualität des Textes freilich keinen Abbruch tut.

So widmet er sich mal Branchenthemen wie der Findung alternativer Begriffe zu dem des Hörgeräts, um in der nächsten Ausgabe seinen Blick in die Weiten der Weltpolitik schweifen zu lassen oder sich über den omnipräsenten Jugendwahn auszulassen. Dann und wann weiht er seine Leser auch in persönliche Erinnerungen ein; zum Beispiel wenn er erzählt, wie er als kleiner Junge im Dresden der 1930er Jahre einem „Neger“ nachstellte, nur um einen Blick in das Gesicht des schwarzen Mannes zu erhaschen. Diese Geschichte aus seiner frühen Jugend zog er übrigens heran, um die auch in Deutschland ausgebrochene Obama-Manie zu kommentieren. Apropos kommentieren: hierin offenbart sich definitiv eine der Stärken von „Das letzte Wort“. Scharfsinnig, bisweilen bissig bezieht Gerhard Hillig in seinen Texten zu den verschiedensten Dingen Stellung. Nicht selten untermauert er seine Position mit Zitaten literarischer Größen wie Mark Twain, Friedrich von Schiller oder Berthold Brecht und geht dabei nicht weniger treffsicher zu Werke als Wilhelm Tell bei seinem Apfelschuss. Selbst, wenn man ihm beim Lesen mal nicht zustimmen mag – schmunzeln muss man trotzdem.

In der Hör-Branche verdient gemacht hat sich Gerhard Hillig jedoch nicht nur mit seinen Texten in der Hörakustik. 1931 in Dresden geboren setzte er sich nach dem Abitur aus der sowjetischen Besatzungszone ab und studierte an der Freien Universität Berlin Journalismus. 1956 fing er schließlich bei microtechnic (heute Widex) als Werbefachmann an und stieg dort später zum Geschäftsführer auf, was er bis zu seinem 65. Geburtstag 1996 blieb. Zudem ist er Mitbegründer der Fördergemeinschaft Gutes Hören, der er auch als Werbeberater zur Seite stand. Außerdem war er Vorsitzender der Vereinigung der Hörgeräte-Industrie (VHI) und ist heute Ehrenvorsitzender des Bundesverbandes der Hörgeräte-Industrie (BVHI). Der „Hörakustik“ bleibt Gerhard Hillig hoffentlich noch lange als Autor erhalten. Zaubert er seinen Lesern doch immer wieder ein Lächeln auf die Lippen – ganz gleich, ob er mit seiner Kolumne einfach nur seine Antworten auf die sich so schnell entwickelnde Welt gibt oder ob er gegen den Gebrauch von Anglizismen, Meinungsforscher oder moderne Warteschleifen stichelt. Weiter so!

Text: Dennis Kraus

Audio infos Nr 128 Dezember 2011

© 2013 Median-Verlag