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Freitag, 19. Januar 2018

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Hörqualität bei hörgeschädigten Grundschülern an allg. Schulen

Hörqualität bei hörgeschädigten Grundschülern an allg. Schulen

Erfassung der subjektiven Hörqualität bei hörgeschädigten Grundschülern an allgemeinen Schulen: Entwicklung und Erprobung eines bildgestützten Fragebogens
Barbara Bogner

2017, 240 Seiten, 16 Abb., 31 Tab., kartoniert






Bestell-Nr.: 59295
Preis (Stück): EUR 32,00 (inkl. 7 % MwSt.)
Versandkosten ...

 

ISBN 978-3-941146-68-6

Beschreibung

 

Im Zuge von Inklusion werden künftig vermehrt hörgeschädigte Kinder und Jugendliche mit sehr unterschiedlichen Hörbedürfnissen allgemeine Schulen besuchen. Sie sind dort in hohem Maße auf gute Hörbedingungen angewiesen. Im angloamerikanischen Raum gibt es seit vielen Jahren Fragebögen, welche die Möglichkeit bieten, Hörqualität subjektiv zu beurteilen und herausfordernde Hörsituationen zu erkennen.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde aus verschiedenen englischsprachigen Inventaren der Fragebogen zur „Einschätzung der Hörsituation im Alltag von Kindern“ (E-HAK) entwickelt und an 30 hörgeschädigten Dritt- bzw. Viertklässlern, die allgemeine Schulen besuchten, im Rahmen einer Pilotstudie erprobt und validiert. Dazu wurden Zusammenhänge zwischen audiologischen Daten, subjektiv erlebter Hörqualität, kommunikativer Partizipation im Unterricht und Schulerfolg untersucht. Es zeigte sich, dass Hörqualität bedeutsam für das Partizipationserleben im Unterricht ist und indirekt auf schulische Leistungen wirkt.

Darüber hinaus können mit dem E-HAK Reflexionsprozesse im Hinblick auf die Beurteilung der Hörsituation angestoßen werden, die weitere pädagogische Maßnahmen begründen können.

Das Buch vermittelt einen vertieften Einblick in die subjektive Beurteilung von Hörqualität in der Schule und stellt einen wichtigen Baustein im Rahmen angewandter Pädagogischer Audiologie dar.

Inhaltsverzeichnis

 

Danksagung

Zusammenfassung

1 Einleitung

2 Hören und Hörqualität
2.1 Anthropologie des Hörens
2.2 Hören in der Schule
2.2.1 Bedeutung von Hören und Zuhören im Unterricht
2.2.1.1 Hörende Schüler
2.2.1.2 Schüler mit Hörschädigung
2.2.2 Hörraum Klassenzimmer
2.2.2.1 Akustische Situation im Klassenzimmer
2.2.2.2 Auswirkungen von Lärm auf Sprache und Kognition
2.2.2.3 Auswirkungen von Lärm auf Wohlbefinden
2.3 Hörqualität
2.3.1 Begriffsklärung Qualität – Hörqualität
2.3.2 Qualitätsstandards »Hören in Räumen«
2.4 Ermittlung von Hörqualität
2.4.1 Objektive Maße
2.4.1.1 Verifikation durch Messtechnik
2.4.1.2 Validierung durch Performanzmessungen
2.4.2 Subjektive Maße
2.4.2.1 Validierung durch Frageninventare bei Erwachsenen
2.4.2.2 Validierung durch Frageninventare bei Kindern

3 Kinder mit Hörschädigung in der allgemeinen Schule
3.1 Beschreibung des Personenkreises
3.1.1 Medizinische Sichtweise
3.1.1.1 Formen kindlicher Hörstörungen
3.1.1.2 Schweregrad der Hörstörung
3.1.1.3 Exkurs: Einseitige Hörstörung
3.1.2 Pädagogische Sichtweise
3.1.3 Bio-psycho-soziales Modell der ICF
3.2 Technische Hilfen
3.2.1 Individualtechnik: Hörgeräte und CI
3.2.2 Möglichkeiten und Grenzen der Individualtechnik
3.2.3 Zusatztechnik in der Schule
3.3 Herausforderungen der Inklusion
3.3.1 Hörsituation im Klassenzimmer
3.3.2 Schulischer Bildungserfolg
3.3.3 Partizipation

4 Theoretische Begründung der Studie

5 Methodisches Vorgehen
5.1 Stichprobe
5.2 Erhebungsinstrumente
5.2.1 Beurteilung der Hörsituation – Entwicklung des E-HAK
5.2.1.1 Fragebogen zur Einschätzung der Hörsituation im Alltag von Kindern (Schülerversion) E-HAK-S
5.2.1.2 Fragebogen zu Einschätzung der Hörsituation im Alltag von Kindern (Lehrerversion) E-HAK-L
5.2.2 Classroom Participation Questionnaire (CPQ)
5.2.3 Schüleräußerungen zur Beurteilung der Hörsituation
5.2.3.1 Protokollbogen zum E-HAK-S
5.2.3.2 Leitfadengestütztes Interview
5.2.4 Gewinnung von Informationen zu soziodemographischen Merkmalen, Hörtechnik, externen Faktoren und Bildung von Indizes
5.3 Durchführung
5.4 Statistische Analysen
5.4.1 Quantitative Analysen
5.4.2 Qualitative Analysen

6 Ergebnisse
6.1 Validierung des E-HAK
6.1.1 Zuverlässigkeit der Messung mit dem E-HAK
6.1.2 Erfassen von Hörqualität mit dem E-HAK
6.1.3 Vergleich der Hörqualität mit und ohne Hörübertragungsanlage
6.1.4 Beurteilung der Hörqualität im Zusammenhang mit dem Ausmaß des Hörverlusts
6.1.5 Beurteilung der Hörqualität aus Schüler- und Lehrerperspektive
6.2 Zusammenhänge zwischen Hörqualität, Partizipation und Schulerfolg
6.2.1 Subjektiv erlebte Partizipation im Unterricht
6.2.2 Zusammenhänge zwischen Hörqualität, Partizipationserleben und schulischen Leistungen
6.2.3 Strukturgleichungsmodell
6.3 Zusammenhänge zwischen personalen, technischen und externen Faktoren und Beurteilung der Hörqualität
6.3.1 Zusammenhang zwischen Hörqualität und audiologischen Daten
6.3.2 Zusammenhang zwischen Hörqualität und dem Index »Personale Merkmale«
6.3.3 Zusammenhang zwischen Hörqualität und dem Index »Technik«
6.3.4 Zusammenhang zwischen Hörqualität und dem Index »Externe Faktoren«
6.4 Ergebnisse der qualitativen Inhaltsanalyse
6.4.1 Entwicklung des Kategoriensystems
6.4.2 Ergebnisse aus den Interviews
6.4.2.1 Kategorie 1: Die Hörumgebung
6.4.2.2 Kategorie 2: Die Person, die spricht
6.4.2.3 Kategorie 3: Die Technik
6.4.2.4 Kategorie 4: Wünsche
6.4.2.5 Kategorie 5: Strategien
6.4.3 Ergebnisse aus dem Protokollbogen zum E-HAK-S
6.4.4 Hörfähigkeit und Beurteilung der Hörsituation
6.4.5 Kommentare der Klassenlehrer

7 Diskussion
7.1 Qualität des E-HAK
7.2 Korrelate des E-HAK
7.2.1 Hörqualität und Partizipationserleben
7.2.2 Hörqualität und Schulerfolg
7.2.3 Erweitertes Modell
7.2.4 Hörqualität, personale, technische und externe Faktoren
7.2.5 Qualitative Daten
7.3 Methodenkritik

8 Empfehlungen für die pädagogische Arbeit

9 Literaturverzeichnis

10 Abbildungsverzeichnis

11 Tabellenverzeichnis

12 Anhang
12.1 E-HAK-S
12.2 E-HAK-L
12.3 CPQ-D
12.4 Leitfaden für das Gespräch vor der Befragung
12.5 Protokollbogen zur Durchführung des E-HAK-S
12.6 Protokollbogen zur Durchführung des CPQ-D
12.7 Leitfaden für das Abschlussgespräch/Interview
12.8 Transkriptionsregeln
12.9 Schreiben an die Eltern
12.10 Schreiben an die Schulen
12.11 Bildung von Indizes – Häufigkeiten

13 Die Autorin

Rezension



Praxisnah auf hohem Niveau


Barbara Bogner: Hörqualität bei hörgeschädigten Grundschülern an allgemeinen Schulen – Erfassung der subjektiven Hörqualität bei hörgeschädigten Grundschülern an allgemeinen Schulen: Entwicklung und Erprobung eines bildgestützten Fragebogens. Median- Verlag 2017,  ISBN 978-3-941146-68-6

Bei dem von Barbara Bogner im Jahr 2017 veröffentlichten Buch handelt es sich um eine Dissertationsschrift, in der die Autorin einen bildgestützten Fragebogen (E-HAK) entwickelt, erprobt und validiert hat.

Das Thema der Hörqualität ist im Rahmen der Inklusion hörgeschädigter Schüler in allgemeinbildenden Schulen von hoher praktischer Relevanz. Der Fragebogen orientiert sich an bereits vorhandenen englischen Inventaren (LIFE-R, LIFE-UK), wobei diese nicht allein übersetzt, sondern auch auf das deutsche Schulsystem angepasst wurden. In die Studie wurden 30 Dritt- und Viertklässler involviert.

Die Autorin stellt Zusammenhänge zwischen den Hörleistungen der Kinder und der subjektiv erlebten Hörqualität im schulischen Alltag her und beleuchtet außerdem die Teilhabe der Schüler im Unterricht. Der Fragebogen besteht aus verschiedenen Teilen, in denen die Einschätzungen der Schüler und der Lehrer zur Hörqualität im Alltag miteinander in Beziehung gesetzt werden. Die beschriebenen herausfordernden Hörsituationen (z.B. Umgebungsgeräusche, Pausengespräche etc.) werden durch Bildmaterial sinnvoll unterstützt und sind damit insbesondere auch für Kinder geeignet, denen die Visualisierung der schriftlich beschriebenen Situation bei der Beantwortung der Fragen hilft.

Die Autorin stellt in ihren Ergebnissen heraus, dass „Hörqualität indirekt über Teilhabe auf schulische Leistungen wirkt“ (S. 170). Bereits Kinder in der dritten und vierten Grundschulklasse seien in der Lage dazu, Hörsituationen zu beurteilen und anzugeben, was sie für gutes Hören im Schulalltag benötigen. Die Autorin regt an, Schüler dahingehend pädagogisch zu unterstützen, dass sie lernen, für ihre eigenen Bedürfnisse einzutreten und schwierige Situationen klar zu benennen (S. 171).

Barbara Bogner ist es gelungen, ein interessantes und wichtiges Thema auf wissenschaftlich hohem Niveau zu beschreiben und dabei gleichzeitig so praxisnah zu sein, dass sich das Buch für verschiedene Lesergruppen mit unterschiedlichen beruflichen und persönlichen Hintergründen eignet. Herzlichen Glückwunsch dazu!

Karoline Schäfer (Köln)
HörgeschädigtenPädagogik, Ausgabe 4/2017


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